Die Blende

1. Blendreihe

Die Blende hat die Funktion, die durch das Objektiv fallende Lichtmenge fein abgestuft zu regulieren. Sie ist im Prinzip der Iris des menschlichen Auges nachgebildet und besteht aus kontinuierlich veränderbaren Stahllamellen. Bei Reduzierung des Durchmessers der relativen Öffnung verringert sich die Lichtstärke, und zwar im Quadrat hierzu. Wird zum Beispiel die Öffnung eines Objektivs auf die Hälfte ihres Durchmessers verringert, so fällt nur noch 1/4 des Lichtes hindurch. Um diese Gesetzmäßigkeit genau zu definieren, hat man sich international auf eine Reihe von Blendenwerten geeinigt. Beginnend bei 1 erhält man den nächsten Blendenwert indem man ihn mit dem Faktor 1,4 multipliziert. Das Öffnen oder Schließen um einen Blendenwert verdoppelt oder halbiert die durchgelassene Lichtmenge. Die internationale Blendenreihe lautet:


1 - 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22 - 32 - 45


Bei einigen Objektiven stimmt die größte Öffnung nicht mit dieser Blendenskala überein, aber schon der nächstfolgende Wert fällt wieder in die internationale Reihe.

blende-1
Die Blende ist im Prinzip eine mechanische Nachbildung der Iris des menschlichen Auges
blende-2
Bei Verringerung der Blendenöffnung auf die Hälfte ihres Durchmessers. gelangt nur noch 1/4 des Lichtes hindurch.

2. Belichtung: Zusammenwirken von Blende und Zeit

Die Darstellung veranschaulicht die Beziehung zwischen Blende und Belichtungszeit. Bei gleichem Belichtungsprodukt, erlaubt eine große Blendenöffnung (kleine Blendenzahl) eine sehr kurze Belichtungszeit, während eine kleine Blende (große Blendenzahl) eine längere Belichtungszeit erfordert.
blende-4
In Zahlen ausgedrückt werden beim Abblenden eines Objektivs nur noch folgende Lichtmengen durchgelassen:
Lichtstärke / Blende 1 1,4 2 2,8 4 5,6 8 11 16 22
Wirksame Lichtmenge 1 1/2 1/4 1/8 1/16 1/32 1/64 1/128 1/256 1/512
Daraus resultiert, daß die Lichtmenge von Blende zu Blende verdoppelt werden muß, wenn bei jeder Blende die gleiche Menge Licht wirksam werden soll. Damit tritt zu der Lichtmenge ein zweiter Faktor hinzu: die Dauer der Belichtung, die Belichtungszeit. Die Belichtung ist das Produkt von Intensität mal Zeit. Eine Aufnahme kann nur unter Einhaltung einer bestimmten Blendezeitkombination zu einem richtigen Ergebnis führen. Diese ist abhängig vom Umgebungslicht und der Filmempfindlichkeit. Die Blende und die Belichtungszeit regulieren gemeinsam die Menge des Lichts, die für eine richtige Belichtung des verwendeten Films benötigt wird
Werden der Blendenreihe die Zahlenwerte der in der vorangegangenen Tabelle aufgetragenen Lichtmengen in entgegengesetzter Reihenfolge gegenübergestellt, so erhält man eine Blenden-Zeitskala, auf der jede Blenden-Zeitkombination das gleiche Belichtungsprodukt ergibt. Aus praktischen Gründen hat man lediglich die Zahlenwerte leicht abgerundet.
Lichtstärke / Blende 1 1,4 2 2,8 4 5,6 8 11 16 22
Belichtungszeit in Sekunden 1/500 1/250 1/125 1/60 1/30 1/15 1/8 1/4 1/2 1
In gleicher Weise sind die Skalen an den heute üblichen Verschlüssen ausgeführt. Nur verzichtet man auf die Gravur des Zählers und gibt allein den Nenner an. 125 bedeutet demnach 1/125 Sekunde.
Dieser Artikel wurde uns von Peter Eckardt (Braunschweig) www.peter-eckardt.de zur Verfügung gestellt


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