Voigtländer Vitessa

Voigtländer baute die Vitessa von 1953 bis 1958.
Ihr Erscheinen war sensationell, denn sie bot eine hervorragende Ausstattung, einen bisher unerreichten Bedienungskomfort und ein zeitlos elegantes Design.
Nahm man die Kamera in die Hand, so kamen die Finger ganz von selbst auf den wichtigsten Bedienelementen zu liegen: Der rechte Zeigefinger konnte wie gewohnt den Auslöser betätigen, der linke konnte die weit herausragende „Kombitaste“ bedienen, welche den Film transportierte und den Verschluss spannte. Mit dem rechten Daumen konnte man mit einem Rändelrad auf der Hinterseite der Kamera die Entfernung einstellen. Dies alles half, die Kamera schnell und sicher zu bedienen.

Auch die Ausstattung war vom Feinsten: Auf der vom Fotografen aus gesehenen linken Seite war ein Selen- Belichtungsmesser eingebaut, daneben, über dem Entfernungseinstellrad war eine Tiefenschärfeanzeige.
Links war der für damalige Verhältnisse sehr grosse Sucher mit gekuppeltem Entfernungsmesser. Darüberhinaus konnte er die Parallaxe ausgleichen, so dass er immer den exakten Bildausschnitt anzeigte. Einen ähnlichen Komfort bot kaum eine andere Kamera, die Vitessa war ihrer Zeit damals weit voraus.

Auch die damals aktuellen Leica F- Modelle waren nicht so modern ausgestattet. Dazu kamen die erstklassigen Voigtländer- Objektive, besonders das damals neue Ultron 1:2,0 / 50 mm. Wem das Ultron zu teuer war, bekam die Vitessa auch mit dem vierlinsigem Color Skopar, anfangs 1:3,5, später 1:2,8/50 mm. Selbstverständlich wurden der Vitessa auch die besten Verschlüsse eingebaut, anfangs der Compur Rapid, dann aber der Synchro Compur mit Lichtwertskala. Bei all diesen Ausstattungsdetails ist verständlich, dass die Vitessa keine billige Kamera war. Das abgebildete Modell Vitessa IIIL kostete 1958 den stolzen Preis von DM 418.--, trotzdem war sie ihren Preis wert. Von der Vitessa gab es insgesamt 5 verschiedene Typen, von denen insgesamt rund 300.000 Stück gefertigt wurden.

Als die Anwender immer mehr ausbaufähigere Kameras, besonders mit Wechselobjektiven  verlangten, wurde die Produktion der Vitessa 1959 eingestellt, sie war die letzte Klappkamera von Voigtländer. Das Nachfolgemodell, die Vitessa T (T=Tubus) gab es von 1956 bis 1960.  



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