Voigtländer Prominent

Bereits im Jahr 1950 stellte Voigtländer auf der  Photokina in Köln eine sensationelle, brandneue Kleinbildkamera vor, die noch gar keinen Namen hatte. Sensationell war, dass sie die erste Kleinbildkamera mit Wechselobjektiven war, diese gab es bisher nur für Schlitzverschlusskameras. Gleichzeitig mit der Markteinführung der Prominent 1951 kamen auch neue, von Dr. Albrecht Tronnier gerechnete Objektive auf den Markt:

Ultron 1:2 / 50 mm, dieses Objektiv gehört zu den 10 besten Normalobjektiven, die jemals gebaut wurden. Um eine Linse erweitert, fand es als „Septon“ in den Zentralverschluss- Spiegelreflexkameras Bessamatic und Ultramatic Verwendung. Das
Nokton 1:1,5 / 50 mm war das beste Objektiv mit dieser hohen Lichtstärke. Während das Ultron auch in andere Kameras eingebaut wurde (Vito, Vitssa), blieb das Nokton ausschliesslich der Prominent vorbehalten.
Übrigens war der Zentralverschluss der Prominent doppelt ausgeführt, um 100- prozentige Lichtdichtheit zu gewährleisten, aber auch das Objektiv- Anschlussbajonett war doppelt, ein Aussen- und ein Innenbajonett.

Von der Prominent wurden Insgesamt 8 Versionen gebaut:
Version 1, 1951: Vompur- Rapid- Verschluss, Zollplombenöse (Bolzen mit Bohrung) links unterhalb des Objktives (von vorne gesehen).
Version 2, 1951: Synchro- Compur- Verschluss, Filmmerkscheibe am Boden, Zollplombenöse.
Version 3, 1952: Beidseitig Ösen für die Umhängekette, Zollplombenöse, für den Export in die USA vorgesehene Exemplare hatten aber keine.
Version 4, 1953: Ab jetzt keine Zollplombenöse und keine kreisrunden Aufstellfüßchen mehr am Boden.
Version 5, 1954: Fest montierter Zubehörschuh, Aufschrift „Voigtländer Prominent“ neben dem Zubehörschuh.
Version 6, 1956: Schnellschalthebel, Suchereinblick verbessert.
Version 7, 1957: Im Sucher  sind Begrenzungen für 35 – 50 und 100 mm Brennweiten eingespiegelt.
Version 8, 1956: 1:1 Kristall- Meßsucher, Aufschrift: „Voigtländer Prominent  II“. Letzte Version.

Im Jahre 1956 betrug der Verkaufspreis für eine Prominent mit Color- Skopar 1:3,5 / 50 mm DM 395.- mit Ultron 1:2 / 50 mm DM 495.- und mit Nokton 1: 1,5/50 mm DM 595.-. Der Preis für das Skopagon 1:3,5/35 mm betrug DM 220.- und für das Dynaron 1:4,5/100 mm DM 200.--. Das sonstige Systemzubehör war sehr umfangreich.

Obwohl die Prominent verglichen mit anderen Spitzenkameras ausgesprochen  preiswert war, wurden von allen 8 Versionen insgesamt nur 23.000 Stück verkauft. Wahrscheinlich war ihr Design zu sachlich, zu bescheiden, sie „machte zu wenig her“.



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