Agfa Optima - die erste vollautomatische Kleinbildkamera

Gebaut von 1959 bis 1982 in verschiedenen Versionen.

Vor allem 3 Dinge waren es, die dem unversierten Fotoamateur zu schaffen machten:

1.) Das Einlegen des Filmes,
2.) Das Einstellen der Entfernung und
3.) Das Einstellen der Belichtung, besonders bei wechselnder Filmempfindlichkeit.

Das Einlegen des Filmes besorgte auch der Fotohändler, bei dem man einen neuen Film kaufte, die Entfernung konnte entweder ganz grob mit Symbolen: Landschaft – Gruppe – Portrait oder die geschätzten Meter eingestellt werden.

Blende und Belichtungszeit waren schwer zu schätzen, zudem war die Filmempfindlichkeit zu beachten. Diese Probleme löste als erste die 1959 auf den Markt gekommene Agfa Optima.
Sie war für die damalige Zeit so einfach, wie nur irgend möglich zu bedienen. Das Filmeinlegen war deutlich vereinfacht, die Entfernung war eine Drei-Punkt-Einstellung mit Landschaft-Gruppe-Portrait, und die Belichtung regelte erstmals die Kamera völlig selbsttätig durch eine Programmautomatik, die durch einen Selenbelichtungsmesser gesteuert wurde.

Dies alles mechanisch (pneumatisch) mit der „magischen Taste“. Der Verschluss begann zuerst bei zunehmender Helligkeit die Zeit von 1/30 bis auf 1/125 Sekunde zu verkürzen, wobei bis dahin die Blende voll geöffnet blieb. Bei weiter steigender Helligkeit wurde nach und nach auch die Blende geschlossen, bis der Endwert von f=22 erreicht wurde.
Agfa hatte bereits Erfahrungen mit Automatikkameras, bei der Agfa Automatik 66, einer 6x6 – Klappkamera, konnte man bei Zeitvorwahl mit Blendenautomatik fotografieren.

 

Von 1959 bis 1982 wurden folgende Optimas gebaut:

1959 Optima mit Color Apotar 2.8, Preis DM 238,-
1960 Optima I mit Colora Agnar 2.8/45, DM 179,-
1960 Optima II mit Colora Apotar S, Verschlusszeiten von 1/30 bis 1/250s , DM 258,-
1960 Optima III mit Verschluss bis 1/500s , DM 298,-
1960 Optima IIIS mit Colora Apotar 2.8/45 , 1/30 bis 1/500s, gekuppelter Entfernungsmesser
1961 Optima Reflex. Zweiäugige Spiegelreflex mit Color-Apotar 2.8/45 und Prismensucher.
1962 Optima la. Color Agnar, 1/30 bis 1/160s , Billigausführung zu DM 189,-
1963 Optima 500S. erstmals mit dem vierlinsigen Color-Solinar 2.8/45, Compur-Verschluss 1/30 bis 1/500s. gekuppelter Entfernungsmesser
1964 Optima Parat. Format 18x24mm. Color Solinar 2.8/30mm. 1/30 bis 1/500s. Leuchtrahmensucher f. 55mm Vorsatzobjektiv. DM 178,-
1966 Optima 500 SN, Color Soninar 2.8/42 . DM 338,-
1966 Optima Rapid 125 C für die Rapid Patrone. 24x24mm Color Apotar 2.8 / 35mm. Paratic 17 1/30-1/125s. mit Blitzwürfel Gerät. DM 179,-
1966 Optima Rapid 250 V. (V=Vorlaufwerk) wie oben, aber mit Mittenkontakt statt Würfelblitz. Selbstauslöser. 1/250 s . DM 228,-
1969 Optima 200 Sensor. Color Apotar 2.8/42 Verschluss Paratic, Sensorauslöser DM218,-
1969 Optima 500 Sensor . Color Apotar 2.8/42 , 1/30 bis 1/500s. DM 249,-
1979 Optima 535 Sensor. Color Solitar 2.8/40. 1/15 bis 1/500s . CdS-Belichtungsmesser.
1981 Optima 535. 24x36mm. Soninar 2.8/39mm. Programmverschluss. Motorantrieb. Auch das Objektiv wird motorisch versenkt.
Die Optima 935 war auch unter dem Namen Agfa COMPACT im Handel. Sie war das letzte Kameramodell von Agfa, die Kameraproduktion in München wurde 1982 eingestellt.

 

Der Name „Optima“ wurde aber noch weiterhin (für einen Farbfilm) verwendet, bis im Jahr 2005 auch die Filmproduktion eingestellt wurde.
Die Agfa war früher ein riesiger Konzern, stets ein Konkurrent zu Kodak. Wie Kodak war auch die Agfa in erster Linie eine Filmfabrik. Um den Absatz der Filme zu steigern, waren riesige Mengen von billigen und besonders bedienerfreundlichen Kameras erforderlich. So gab es von Agfa u.a. auch ein Boxkamera zu kaufen. Die nur 4,- Mark kostete.

Auch die meisten Kleinbildkameras waren sehr einfach ausgestattet, mit Verschlüssen die nur wenige Zeiteinstellungen zuließen und mit meist dreilinsigen Objektiven: Das einfache Agnar und das etwas bessere Apotar. Das vierlinsige Solinar wurde nur in Agfas beste Geräte eingebaut und es gab auch noch ein Objektiv mit sechs Linsen, das Solagon, das z.B. in der alten Karat und später in der teuersten Super Silette Verwendung fand.,

Die Optima war immer eine Kamera für den Einsteiger, der sich weder mit der Theorie und Technik belasten, noch allzu viel Geld ausgeben wollte.
Mit der Optima erhielt jeder akzeptable Ergebnisse, auch als immer mehr in Farbe fotografiert wurde.

 



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