Diax, VOSS Ulm

Wer kennt heute noch die Diax?
Ich schon, aber ich konnte sie mir nicht leisten. Unser Herr Bahnhofsvorstand hatte eine, eine Diax Ia, er war ein wenig verärgert, weil sich einer seiner Untergebenen, ein Fahrdienstleiter eine IIb geleistet hat.
Was war nun das Besondere an diesen Diax- Kameras?
Es war die hervorragende Qualität und Präzision,
ihre kompakte Bauweise, nur die Paxette von Braun war noch kleiner,
durch ihren gehobenern Preis war sie besonders für den Export in die USA vorgesehen und

die Firma verfügte niemals über mehr als sage und schreibe 64 Mitrbeiter
einschließlich Firmeninhaber, fremdsprachigen Korrespondenten (Export) und Büroangestellten. Unvorstellbar!

Der Firmengründer, Walther Voss (31. 8. 1908 bis 11. 8. 1968) erzeugte in der Zeit von
März 1947 bis Dezember 1957 also nur 10 Jahre lang Kleinbildkameras.
Als Feinmechaniker hatte er das Wissen und Können, präzise Kameragehäuse samt Sucher und Entfernungsmesser selbst herzustellen. Objektive und Verschlüsse kaufte er stets zu.
Seit 1958 besteht die Firma nicht mehr, warum ist unbekannt, wie auch die Stückzahlen der erzeugten Kameras. Über die Firma Voss und deren Produkte, Diax gibt es wieder ein neu aufgelegtes Sachbuch und auch im Internet (Helmuts Fotokiste oder Peter Geisslers Diax- Site u.a.) erfährt man einiges.

Walther Voss begann als Feinmechaniker nach dem Krieg, vorerst nebenbei experimentierend, in Handarbeit Kleinbildkameras herzustellen, wobei die Beschaffung von Objektiven und Verschlüssen gar nicht einfach war.

Die Fertigung der Serienkameras begann mit der

Diax

1947 - 1950.

Kleinbildkamera mit Compur Rapid- Verschluß 1-1/500 s.
Objektive: Axinon, unvergütet 1947-1948
Axinin vergütet 1948
Steinheil Culminar, vergütet 1948 - 1949
Schneider Xenar, 1949.

Es folgten:

Diax I

1950 - 1951

mit Compur- Rapid, späer Synchro- Compur
Xenar 1:2,8 oder Xenon 1:2 bzw. Rodenstock Rodagon 1:2, alle 45 mm.

Diax II

1952 - 1954

Wie Diax I, aber mit gekuppeltem Entfernungsmesser.
Eine sehr seltene Kamera.
Xenar 1:2,8, Xenon 1:2 bzw. Rodenstock Heligon 1:2, alle 45 mm.

Diax Ia

1952 - 1956

35 mm Systemkamera mit Schraubgewindeanschluß, 3 Sucherfenster, jedes für eine Brennweite, Synchro- Compur.
Objektive: Isco Isconar und Westar 1:3,5/50 mm
Laack Diaxar 1:3,5/50 mm (selten)
Schneider Xenar 1:2,8 45 mm. ab 1954 auch 50 mm
Schneider Xenon 1:2/50 mm.

Diaxette

1953

Sondermodell, einfache Sucherkamera mit Vario- oder Prontor-Verschluß
und als Objektiv ein Steiheil Cassar 1:2,8/45 mm.

Diax IIa

1954 -1956

Wie Diax Ia aber mit gekuppeltem Entfernungsmesser.
Sucherfenster nur für 2 Brennweiten, dafür 1 Entfernungsmesser-Fenster.
Kamera sieht einer Diax Ia zum Verwechseln ähnlich.
Werksseitige Umbauten von Diax Ia auf IIa können an der mit 5 oder 6 beginnenden Seriennummer (am Zubehörschuh) erkannt werden.
Diax Standard einfache Systemkamera mit einem Sucher, ohne Entfernungmesser.
Sehr selten, nur für den Export.
Eigentlich eine Diax Ia mit dem Oberteil einer Diaxette.
Objektiv: Isco Westar 1:3,5/50 mm.

Diax Ib

1956 - 1957

Wie Diax Ia, aber mit Schnellaufzugshebel.

Diax IIb

1956 - 1957

Wie Diax IIa, aber mit Schnellaufzugshebel.
Werksseitige Umbauten sind an der mit 10 beginnenden Kamera- Nr. erkennbar.

Diax - L - 1

1957

Letztes Modell. Einfache, aber seltene KB-Kamera mit Belichtungsmesser, ohne Entfernungsmesser, Compur Rapid- Verschluß, mit Objektiv
Rodenstock Trinar 2,8/45 mm.

 

Gut erhaltene Diax- Kameras funktionieren nach wie vor einwandfrei, es wurde aber bekannt, daß einzelne Exemplare bereits auslösen, während man am Filmtransportrad dreht.
Objektive für die I er- Modelle sind auch für die II er verwendbar, der Entfernungsindex ist aber um 45 Grad versetzt.

Für die Diax gab es folgendes Zubehör:

Wechselobjektive: Isco Westron (3-linsig) 1:3,5/35 mm
Schneider Xenagon (4-linsig) 1:3,5/35 mm
Isco Isconar (3-linsig) 1:4,5/85 mm
Schneider Tele Xenar (4-linsig) 1:3,5/90 mm
Schneider Tele Xenar (4-linsig) 1:4,5/135 mm.
Alle Objektive hatten das einheitliche Filtergewinde 40,5 mm, Aufsteckdurchmesser 42 mm.

Dazu Mehrfachsucher (hergestellt von Steinheil, München, baugleich wie Paxette-Sucher)
Aufstecksucher für einzelne Brennweiten, vermutlich von Rodenstock gebaut,
Aufsteck- Entfernungsmesser (Diax Photometer)

Proximeter I und II,
Nahlinsen, Filter, Gegenlichtblende,

Reprox, ein kleines Reprogerät und

ein pfiffiges Rollmaßband, das man unten in das Kameragewinde einschrauben konnte.

 

Zum Schluß eine Vergleichsliste Jahr - Mitarbeiteranzahl - Modelle etc. 

Jahr:

Zahl der Mitarbeiter:

Modell:

Preis DM:

Anmerkungen:

1947

?

Diax

 

Nur für den Export.

1948

Dez.: 25

Diax

183,--

mit Steinheil Culminar (4-linsig)

1949

Dez.: 31

Diax

   

1950

Dez.: 47

Diax I

 

Compur Rapid

1951

44

Diax I

 

Synchro Compur

1952

54

Diax Ia

 

 

 

Diax IIa

 

 

Diaxette

165,--

186,--

228,--

303,--

246,--

288,--

363,--

?

mit Isco Westar

mit Isco Isconar

mit Schneider Xenar

mit Schneider Xenon

mit Isco Isconar

mit Schneider Xenar

mit Schneider Xenon

1953

60

Diax Ia

Diax IIa

Diaxette

177,--

preiswerteste Ausführung

1954

47

Diax Ia

Diax IIa

Diaxette

   

1955

?

Diax IIa

   

1956

64

Diax Ib

 

Diax IIb

180,--

201,--

306,--

381,--

mit Isco Westar

mit Isco Isconar

mit Schneider Xenar

mit Schneider Xenon

1957

?

Diax Ib

Diax IIb

Diax-L-1

   


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