Agfa Compact - Agfa Optima 935

1959 kam AGFA mit einer überraschenden Neuheit auf den Markt, die „OPTIMA“ regelte erstmals bei einer Kleinbildkamera sowohl Blende, als auch Belichtungszeit automatisch in Form einer Programmautomatik. Die Steuerung erfolgte jedoch damals nicht elektronisch, sondern pneumatisch. Es folgten viele immer wieder verbesserte Modelle, auch die Pneumatik wurde durch Elektronik ersetzt. Die ersten OPTIMAS waren derart beliebt, dass es nur 3 Jahre dauerte. Bis AGFA eine Million dieser Kameras verkauft hatte!


Das letzte Modell der OPTIMA erschien 1981, es handelte sich um die OPTIMA 935, die völlig baugleich auch als AGFA COMPACT angeboten wurde.
Diese Kameras boten folgende Ausstattung: Verschlusszeiten von 1/40 – 1/1.250 s, vierlinsiges AGFA Solinar – Objektiv 1:2,8 / 39mm, Sensorauslöser, elektrischer Filmtransport, elektrisch versenkbares Objektiv mit gleichzeitig betriebener Abdeckung. Drückte man den Schieber, der das Sucherfenster abdeckte, nach unten, sodass dieses freigegeben wurde, bewegte sich die Objektivabdeckung zur Seite und das Objektiv wurde durch einen Elektromotir in Aufnahmestellung ausgefahren. Dieses Ausstattungsmerkmal wurde erstmals bei diesen Kameras verwirklicht und hat sich bis heute bei vielen anderen Kameras bewährt. Trotz dieser recht guten Ausstattung war die OPTIMA 935 bzw. COMPACT kein kaufmännischer Erfolg, denn auf dem Gebiet der Kompaktkameras war seit dem Erscheinen der Rollei 35 im Jahre 1966 ein mörderischer Konkurrenzkampf entbrannt.

Die zweifellos erfolgreichsten Konkurrenten waren die Rollei 35-Serie, die es schon seit 1966 gab, die Minox 35 – Modelle, deren erstes 1976 erschien und ab 179 auch die hervorragenden Olympus XA-Modelle und viele andere. Diese Kompaktkameras waren äußerst beliebt und wegen ihrer einfachen Bedienung, Belichtungsautomatik, später auch Filmeinlegeautomatik und noch später auch Autofocus besonders anfängertauglich. Aber auch fortgeschrittene Spiegelreflexbesitzer besaßen als leichte Zweitkamera meist eine Kompaktkamera zusätzlich, denn es gab sie ja auch mit Spitzenobjektiven für hervorragende Ergebnisse.

1981, als die AGFA OPTIMA 935 bzw. COMPACT in die Geschäfte kam, war der Markt bereits von vielen Konkurrenzprodukten überschwemmt.
AGFA musste nunmehr die Kameraproduktion in München aufgeben.
Das AGFA Kamerawerk ist längst demontiert, auch das 50m hohe AGFA Hochhaus wurde 2008 gesprengt.
Die AGFA Compact war die letzte von AGFA in München gefertigte Kamera.



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