Agfa Ambi Silette

Die Agfa war nach Kodak der größte Filmerzeuger und war daher in erster Linie daran interessiert, möglichst viele Filme zu verkaufen. Die von Agfa erzeugten Kameras waren daher besonders preiswert. Man verkaufte Unmengen an Box-Kameras zu 4,-- RM und nach dem Krieg ganz einfache Kleinbildkameras die den Namen "Silette" trugen.
Es gab aber auch Ausnahmen. Die Super-Silette gab es mit dem vierlinsigen Solinar und dem sechslinsigen Soagon, die Super Silette L hatte zusätzlich einen eingebauten Belichtungsmesser, die Objektive waren nicht wechselbar.
Die 1957 bis 1961 gebaute Ambi Silette war zweifellos Agfas Spitzenkamera. Sie verfügte als einzige über Wechselobjektive. Im gekuppelten Meßsucher (mit Parallaxenausgleich) konnten durch Betätigung eines Schiebers auf der Oberseite die Ausschnitte für die Brennweiten 35, 50 und 90mm eingeblendet werden. Für das 130mm Objektiv war ein separater Aufstecksucher erforderlich. Der Meßsucher war mit einer Schutzklappe versehen. Für Nahaufnahmen gab es die damals üblichen Proximeter-Geräte. Der Verschluss war der damals beste Zentralverschluß, der Synchro-Compur mit Zeiten von B und 1 bis 1/500 s.

Preise:
Die Ambi Silette mit Color Solinar Standardobjektiv kostete DM 298,--
Das Color Ambion 4,0 / 35mm, ein Vierlinser DM150,--
Das Color Telinear 4,0 / 90mm, ein Fünflinser, DM180,--
Diese Objektive hatten den gleichen Filterdurchmesser von 35,5mm.

Die Ambi Silette gab es auch in einer Luxusausführung, sie war mit kostbarem Schlangenleder überzogen. Trotzdem nannte man die Ambi Silette in den USA, wohin sie viel exportiert wurde, etwas spöttisch: „The poor mans Leica“ – die Leica des armen Mannes.

 

 



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